Wer hat diese Aussagen noch nicht gehört? Tagtäglich werden Menschen auf diese Art und Weise unter Druck gesetzt. Sinn und Zweck solcher Aussagen ist es, anderen seinen Willen aufzuzwingen. Emotionale Erpressungen sind meist kleine versteckte Anmerkungen dieser Art. Durch das Vermitteln von Schuldgefühlen und Androhen von Liebesentzug wird so Druck aufgebaut. Oftmals werden in solchen Fällen Täter mit Opfern verwechselt. Alle haben gemein, dass sie der Meinung sind, dass sie dringend etwas bräuchten, was man ihnen auf gar keinen Fall abschlagen darf. Wenn sie sich unter Druck gesetzt fühlen, scheinbar grundlos wütend auf jemanden sind, oder Lust bekommen diesen Jemand zu verletzen, sind sie wahrscheinlich Opfer eines emotionalen Erpressers geworden. Der Einzige Weg aus diesem Teufelskreis ist die Flucht. Man unterscheidet zwischen folgenden Typen bei den emotionalen Erpressern:

Wenn

Das Opfer/ die Nette/ die Helferin:

Opfer sind daran zu erkennen, dass sie über längere Zeiträume alles für uns tun und vorgeben, dass sie dafür keinerlei Gegenleistung erwarten. Das Gefühl, dass dafür irgendwann die Rechnung kommt bleibt und das zu Recht. „Ich hab immer so viel für dich getan und was machst du?“ Damit wird der Tag der Abrechnung festgelegt. Das klassische Opferprofil neigt ebenso zur Selbstbestrafung: „Ich lass mich dann voll laufen, dir ist ja eh egal, was mit mir ist“, oder, „Du hast ja eh keinen Bock auf mich.“ So lassen sie einem selten eine andere Wahl als nachzugeben.

Das handeln des Opfers rührt von der Angst her, nicht gebraucht zu werden. Entgegen dem, was sie vorgeben, ziehen sie einen Nutzen aus ihrem Tun. Da sie meist immer alle durch die Bank weg nett, aufmerksam und geduldig sind, niemals lästern und auch niemandem zur Last fallen, ist man selbst gezwungen immer nett zu sein. Auf Dauer macht einen das jedoch aggressiv. Diese Aggressivität wird wiederum nicht von ihnen verstanden und lässt sie in Tränen ausbrechen, wodurch die Schuldgefühle verstärkt werden. Nicht selten stellt man sich dann selbst die Frage, wie tief man schon gesunken ist, dass man sich von einer netten Person genervt fühlt. Oftmals fallen dann Aussagen wie: „Ich will dir doch nichts böses.“ oder „Ich wollte dir doch nur eine Freude machen.“ Diese Aussagen werden als dauerhafte Entschuldigung missbraucht. Sie können Aggressionen weder zu lassen, noch aushalten. Das gilt für sie selbst und andere und genau damit bringen sie einen allmählich an die eigenen Grenzen.

Die Kontrollette/ Der Bestrafer :

Dieser Typ stellt scheinbar normale harmlose Fragen, deren Subtext jedoch klar erkennen lässt, dass es sich auch hier um eine emotionale Erpressung handelt. Frage: „Warum hast du meine Nachricht nicht beantwortet?“ Subtext: „Hast du mich vergessen?“ Ebenso weisen Kontrolletten auf Widersprüche im Verhalten hin oder beschweren sich über mangelnde Informationen, was Neuigkeiten betrifft. („Hast du das nicht gestern noch anders geschildert?“ „Davon weiß ich ja gar nichts.“)

Hinter diesem Muster verbergen sich Verlustängste und die massive Angst, nicht wichtig genug zu sein, oder nicht gesehen zu werden. Diese Ängste werden unter anderem dadurch geschürt, dass sie ihr gegenüber nicht richtig verstehen oder nicht zu wissen, wo sich das Gegenüber gerade befindet. Sie sprechen die größte menschliche Angst an, nämlich die, verlassen zu werden. Kaum das man sich entfernt, wird mit Liebesentzug und persönlichem Scheitern gedroht - ( Du musst wissen was du tust.“ „ Aber komm nicht zu mir, wenn es schief geht.“), diese Formen der Erpressung sind sehr wirksam und machen es schwer sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Der Vergleicher/ Die Enttäuschte/ Die Pantomime:

Um sich wohl fühlen zu können, benötigen die Vergleicher feste Strukturen und Normen. Durch jegliche Abweichung dieser Normen geraten sie in Stress. Der Vergleicher lebt in der Urangst nicht normal zu sein und mobilisiert diese. „Also die Bekannte meiner Mutter geht nie ungeschminkt aus dem Haus.“ „ Das macht man doch nicht." Vergleicher haben eine niedrige Toleranzschwelle.

Es wird erwartet, dass ihre Gedanken gelesen, bzw. ihre Bedürfnisse erraten und erfüllt werden. Man weiß selten, was genau jetzt schief geht, aber spürt deutlich, dass etwas in die falsche Richtung geht. Sie vermitteln einem das Gefühl von Unzulänglichkeit. Egal was man tut, es ist falsch oder nicht, bzw. nie, genug. Aussagen wie „Wenn du mich wirklich mögen würdest, dann würdest du das tun.“, oder, „Und ich hab gedacht du wärst nicht so wie die anderen.“ untermalt durch vorwurfsvolle Blicke und einer herzzerreißenden Miene sind da keine Seltenheit.
Man wird durch eine passiv aggressive Kommunikation stark verunsichert, als wäre man ein kleines Kind, das wieder von den Eltern geliebt werden will. Es wird mit genervtem Augenrollen („Geh mir doch nicht auf den Geist“), Entzug von Blickkontakt („Du bist unerträglich.“) und Seufzer wie „Ach ja“ (Subtext: „ Was bin ich doch arm dran.“), untermalt mit einem melancholisch angehauchten Tonfall vermittelt, dass man Aufmerksamkeit will.

Aber was genau bedeutet „Emotionale Erpressung“ eigentlich?

Man versteht darunter, dass ein Mensch einen anderen Menschen über Gefühle zu manipulieren versucht . Er bestraft ihn mit negativen Gefühlen, wenn er das Verlangte nicht erbringt. Meist ist es den Emo-Erpressern nicht bewusst, dass sie so handeln. Da sie es aber selten schaffen ihre Bedürfnisse angemessen zu äußern, manipulieren sie ihr Gegenüber auf diesem Weg. Emo-Erpresser sind in erster Linie charakterlich schwache Menschen, die versuchen, ihre Unsicherheit durch Manipulation zu kompensieren. Sie denken jedoch, dass es ihre Stärke ist, durch ein so manipulatives Verhalten zu ihrem Recht zu kommen.