Der Stoff für etliche Filme, Bücher und Songs. Es ist Romantik pur, wenn aus einer innigen Freundschaft plötzlich eine tiefe Liebe entsteht. Und passiert sowas nicht besonders in der Blütezeit der Gefühle, wenn in der Natur alles grün wird, die ersten Knospen sprießen und die Vögel singen? Doch wie realistisch ist das Ganze eigentlich, gibt es diese Art von Happy End tatsächlich?

 

Wie ist dieser Prozess möglich?
Man fragt sich doch häufig, wie das angehen kann, dass eine platonische Freundschaft auf einmal zu einer gefühlvollen Liebesbeziehung wechseln soll.
Wieso passiert das plötzlich? Einfach so? Das gibt's doch gar nicht! Aber doch, das gibt's.
Allerdings gibt es einen Unterschied zu den phantasievollen Vorstellungen, die stets verbreitet werden. Dieser Prozess zu tiefen Gefühlen erfolgt nicht plötzlich, innerhalb von einem Tag. Jedenfalls ist das eher selten.
Meistens ist es tatsächlich so, dass diese Gefühle sich langsam entwickeln, es ist ein schleichender Prozess, bis man tatsächlich von Liebe statt Freundschaft sprechen kann. Den Betroffenen ist dies aber nicht bewusst, sie merken die Veränderung erst, wenn es tatsächlich schon Liebe ist.

 

Wieso wird aus Freundschaft Liebe?
Wie es zu dieser starken Veränderung der zwischenmenschlichen Beziehung kommt, hat ganz unterschiedliche Gründe. Manchmal ist es eine kleine Geste, manchmal eine große Umstrukturierung der Lebensumstände. Oder irgendetwas dazwischen. Der Auslöser kann alles Mögliche sein, doch die Konsequenz bleibt die gleiche: Man beginnt, das Gegenüber auf eine völlig andere Weise zu sehen, zu erkennen. Die Bedeutung der Person für einen selbst wird radikal geändert, und plötzlich ist nichts mehr, wie es noch vor kurzem war.

 

Was sind die Folgen?
Die Folgen auf die Erkenntnis können ebenso unterschiedlich sein wie die Ursachen. Unvermeidlich ist allerdings die Tatsache, dass die betroffene Person eine Entscheidung treffen muss, denn es liegt in ihrer Hand, wie es weitergehen soll. Die Reaktion wird eine entscheidende Rolle für den weiteren Verlauf der bisherigen Freundschaft spielen. Eine Veränderung gab es jedoch schon, denn auch wenn das Gegenüber nichts von der Gefühlsänderung gemerkt hat, so ist trotzdem alles anders: Die verliebte Person überlegt ständig, wie sie sich verhalten soll, wie sie sich entscheiden soll und ist folglich unentspannt.

 

Welche Möglichkeiten gibt es?
Im Großen und Ganzen gibt es zwei Möglichkeiten, wie man sich in dieser Situation verhalten kann: Sprechen oder Schweigen. Etwas riskieren oder auf Nummer sicher gehen, sich auf Veränderungen einlassen oder das Bekannte beibehalten.
Bei beiden Möglichkeiten gibt es wieder zwei Untervarianten, die wir auch kurz erläutern wollen.

 

Schweigen:
Bei dieser Möglichkeit besteht das Problem, dass die Gefühle nicht verblassen, auch wenn man nicht darüber spricht. Dies könnte Probleme mit sich führen, vor allem wird es für die verliebte Person immer schwierig sein, die Gefühle zu verheimlichen und sich nichts anmerken zu lassen.
Die erste Untervariante wäre also, die Freundschaft so beizubehalten, was Lügen, Verdrängung und emotionale Schwierigkeiten mit sich führen kann.
Die zweite und durchaus radikalere Variante wäre das Beenden der Freundschaft. Wenn man sich für das Schweigen entschieden hat, es aber schlichtweg nicht ertragen kann, seine Gefühle zu verleugnen oder so zu tun, als wäre alles beim Alten geblieben, hat man natürlich immer noch die Möglichkeit, die Freundschaft und somit den Kontakt komplett abzubrechen. Diese Variante kann allerdings auch emotionale Schwierigkeiten mit sich führen.
Desweiteren sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Möglichkeit des Schweigens auch immer Reue beinhalten kann, Zweifel, ob es das Richtige war, nichts zu sagen und die Ungewissheit, ob das Gegenüber nicht auch Gefühle hat und somit eine Beziehung möglich gewesen wäre, können treue Begleiter im weiteren Leben bleiben.

 

Sprechen:
Die Möglichkeit des Ansprechens erfordert zunächst den Mut, dem Gegenüber von den eigenen Gefühlen zu erzählen, was auch ein gewisses Risiko bedeutet.
Denn, und dies ist die erste Variante, man muss sich darüber bewusst sein, dass das Gegenüber nicht zwingend die gleichen Gefühle entwickelt hat. Dies würde vielleicht das Ende der Freundschaft bedeuten, da es schwierig sein dürfte, mit solchen Gefühlen umzugehen, wenn man nicht dasselbe empfindet.
Die zweite Variante jedoch würde bedeuten, dass das Gegenüber die gleichen Gefühle entwickelt oder schon von Anfang an besessen hat.
In diesem Fall würde es bei einer Aussprache dazu führen, dass auch das Gegenüber seine Gefühle gesteht und somit einer Beziehung nichts mehr im Wege steht. Das ist dann ein Happy End, wie man es nur in Geschichten für möglich hält.